Erkrankungen an der Prostata: Diagnose & Therapie

Wurden Sie vor Kurzem mit der Diagnose Prostatakrebs konfrontiert?

Dann sind umfassende und fundierte Informationen über Ihr Krankheitsbild und alle verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten wichtig für Sie. In diesem Teil geben wir Ihnen einen Überblick darüber, was Sie als Betroffener oder als Angehöriger wissen sollten, um sich für das Gespräch mit Ihrem Arzt gut vorbereitet fühlen zu können. Fundiertes Wissen über Ihre Krankheit und die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten kann Ihnen helfen Entscheidungen mit Ruhe anzugehen.

Die Prostata

Die Prostata gehört zu den männlichen Fortpflanzungsorganen. Die Prostata ist eine kleine Drüse im Becken unterhalb der Harnblase und umschließt den oberen Teil der Harnröhre und wird auch als „Vorsteherdrüse“ bezeichnet. Auf ihrer Rückseite grenzt sie an den Enddarm an, das sogenannte Rektum.

Welche Aufgabe hat die Prostata?

Die Drüse produziert das Sekret, das beim Samenerguss abgegeben wird. Dieses Sekret spielt eine entscheidende Rolle für die Befruchtungsfähigkeit indem es dafür sorgt, dass sich die Samenzellen ernähren und fortbewegen können. Beim Samenerguss, auch als Ejakulation bezeichnet, ziehen sich die Muskeln der Prostata zusammen und drücken so das Sekret in die Gänge der Drüse, die in die Harnröhre führen. Gleichzeitig werden die Sekrete aus der Samenblase und die Spermien aus den Hoden in die Harnröhre eingebracht. Hier laufen also Harn- und Samenwege zusammen.

Eine gesunde Prostata verrichtet ihren biologischen Dienst unbemerkt. In gesundem Zustand ist sie etwa vier Zentimeter groß und hat die Form einer Walnuss. Bei einem gesunden 20-jährigen Mann wiegt die Prostata etwa 20 Gramm. Im Lebensverlauf wächst die Drüse und kann bei einigen Männern 100 Gramm oder schwerer werden. In der Vorsteherdrüse wird zudem ein prostata-spezifisches Antigen (PSA) gebildet, das sich außer in der Samenflüssigkeit auch im Blut nachweisen lässt. Der PSA-Wert ist wichtig im Kontext der Früherkennung von Prostatakrebs. Ist dieser Wert erhöht, kann das ein Hinweis auf ein Karzinom sein.

Welche Erkrankungen können an der Prostata auftreten?

Erkrankungen an der Prostata werden in drei Kategorien eingeteilt. Dabei kann es sich um gutartige, entzündliche oder bösartige Erkrankungen handeln. All diesen ist gemein, dass sie mit einem Anstieg des PSA-Wertes einhergehen. Um gesicherte Diagnosen stellen zu können, sind deshalb weitere Untersuchungen notwendig. Allein auf Basis eines auffälligen PSA-Wertes lassen sich noch keine Rückschlüsse auf die zugrundeliegende Ursache ziehen. Urologen nutzen deshalb weitere Untersuchungsmethoden, immer öfter auch eine MRT-Untersuchung, also ein bildgebendes Verfahren, auf dessen Grundlage eine Diagnose gestellt werden kann.

Eine häufige gutartige Erkrankung ist die Prostata-Vergrößerung, die viele Männer im höheren Lebensalter betrifft. Sie wird medizinisch als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet. Dabei lässt sich eine Volumen-Vergrößerung der Prostata feststellen. Bemerkbar macht sich die gutartige Prostata-Vergrößerung meist durch einen verstärkten Harndrang oder Harnblasen-Entleerungsstörungen.

An der Prostata können sich unabhängig vom Lebensalter der Patienten entzündliche Prozesse entwickeln. . Urologen sprechen in diesem Fall von einer Prostatitis. Sie kann sowohl chronisch, als auch akut verlaufen und macht sich mit Brennen beim Wasserlassen bemerkbar. Bei manchen Männern führt diese Entzündungsform ebenfalls zu einem Anstieg des PSA-Wertes.

Auch Prostatakrebs geht mit einem gestiegenen PSA-Wert einher. Die Wahrscheinlichkeit, ein Karzinom an der Prostata zu entwickeln, steigt mit zunehmendem Lebensalter. Der Prostata-Krebs wird je nach Aggressivität und Fortschritt in verschiedene Stadien eingeteilt, aus denen sich unterschiedliche Therapiepläne für den behandelnden Arzt ergeben. Die bösartige Veränderung der Prostata bleibt von den Patienten meist zunächst unbemerkt, weshalb der PSA-Wert im Blut oft den ersten Hinweis auf die Krankheit gibt.

Prostatakrebs

Symptome

Prostatakrebs entwickelt sich typischerweise unauffällig und für Patienten ohne Beschwerden in den frühen Stadien. Symptome entwickeln sich erst in späteren Krankheitsstadien.

Symptome für Prostatakrebs können zum Beispiel ein vermehrter Harndrang, vor allem in der Nacht, Probleme zu Beginn des Wasserlassens beziehungsweise eine komplette Harnverhaltung sein. Dies kann passieren, wenn die Prostata durch die bösartige Gewebeveränderung so groß geworden ist, dass sie auf die Harnröhre übergreift Prostatakrebs kann schmerzhafte Ejakulationen, schwachen oder unterbrochenen Samenfluss verursachen. Außerdem kann sich Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit zeigen. Impotenz, verminderte Erektion und verminderte Ejakulation können auch eine Folge von Prostatakrebs sein.

Manche Betroffene berichten auch von Schmerzen in der Prostata, im unteren Rückenbereich, im Becken, in den Hüften, den Oberschenkeln sowie von Ischias-Schmerzen. Dies kommt vor wenn sich Metastasen außerhalb der Prostata, zum Beispiel in den Knochen, gebildet haben. Dies kann passieren, wenn die Prostata durch die bösartige Gewebeveränderung so groß geworden ist, dass sie auf die Harnröhre übergreift

Diagnose

Um feststellen zu können, ob die Prostata von einer bösartigen Krankheit betroffen ist, wenden Ärzte unterschiedliche Diagnoseverfahren an. Die wichtigsten Untersuchungsmethoden werden unten beschrieben. Ziel der Untersuchungen ist es abzuklären, wie aggressiv der Tumor ist, welche Größe er hat, ob er in das umliegende Gewebe gestreut ist und wie der körperliche Gesamtzustand des Patienten ist. Um ein möglichst detailliertes Bild zu erhalten kann es sein, dass die unterschiedlichen Untersuchungen mehrfach vorgenommen werden müssen.

Prostata Karzinom.

Bei der Tastuntersuchung (DRU) wird die Prostata vom Rektum, also vom Enddarm aus, mit dem Finger abgetastet. Aufgrund ihrer anatomischen Position ist sie über das Rektum gut erreichbar. Die Untersuchung dauert nicht lange und ist in der Regel auch nicht schmerzhaft – dennoch empfinden viele Männer sie als unangenehm. Der Arzt stellt dabei die Größe, die Form und die Abgrenzbarkeit der Prostata fest, prüft ob sie auf Berührung mit Druckschmerz reagiert, erfasst ihre Beschaffenheit und die Fluktuation und untersucht, ob sich Knoten und Verhärtungen feststellen lassen. Nur jeder dritte Tumor lässt sich über eine Tastuntersuchung feststellen. Um ein Karzinom auszuschließen, sind weitere Untersuchungen notwendig. (Quelle)

Besteht ein Krebsverdacht, wird im nächsten Schritt der sogenannte PSA-Wert mit einem Bluttest festgestellt. Ein erhöhter PSA-Wert ist ein Hinweis, aber noch kein hinreichendes Merkmal für Prostatakrebs. Ist der Wert erhöht, werden Ärzte eine Biopsie vornehmen.

Ergänzend kann der Arzt eine tansrektale Ultraschall-Untersuchung durchführen. Sie gilt jedoch nicht als zuverlässige Diagnose-Methode und wird nur als ergänzende Maßnahme empfohlen. Sie lässt Rückschlüsse auf Größe, Lage und Ausdehnung des Tumors zu.

Eine genauere Darstellung der Prostata bietet die MRT-Untersuchung. Mit der Magnet-Resonanz-Tomographie können mit Hilfe von starken Magnetfeldern die verschiedenen Gewebearten des Körpers sehr gut in Schnittbildern differenziert werden. Die MRT wird für die Prostatadiagnostik immer wichtiger, da hiermit von einem Arzt klinisch signifikante Tumore innerhalb der Prostata identifiziert, lokalisiert und abgegrenzt werden können.

Liefern sowohl Tast-Untersuchung, als auch die PSA-Wert-Bestimmung und andere Untersuchungen Hinweise auf Prostatakrebs, wird der Arzt eine Stanzbiopsie durchführen. Dabei wird mithilfe einer dünnen Hohlnadel über den Enddarm an festgelegten Stellen in die Prostata eingestochen. Über dieses Verfahren werden etwa zehn bis zwölf feingewebliche Proben entnommen. Alternativ können diese Hohlnadeln unter MRT-Bildgebung gezielt in die verdächtigen Gewebeareale platziert werden. Die Gewebeproben werden im Labor von einem Pathologen untersucht. Er prüft, ob sich Tumorzellen in den Gewebeproben nachweisen lassen, in wie vielen Proben Tumorgewebe vorhanden ist und wie stark die einzelnen Proben von Krebs befallen sind.

Zusätzlich zur Existenz von Tumorzellen lassen sich in der Laboruntersuchung Rückschlüsse darauf ziehen, wie aggressiv die Tumorzellen sind. Dies geschieht mit Hilfe des sogenannten Gleason Scores. Liegt dieser Wert bei 6, ist von einer geringen Aggressivität auszugehen, bei 7 wird die Aggressivität als mittel eingeschätzt. Bei Werten, die darüber liegen, gilt der Tumor als hoch aggressiv.

Stadien

Beim Prostatakarzinoms handelt es sich um eine Veränderung des Gewebes der Prostata, welche sich durch „mehr“ oder „weniger“ aggressives Wachstum auszeichnet. In vielen Fällen, speziell bei einer Diagnose im frühen Stadium, ist der Tumor lokal auf die Prostata begrenzt und wird als lokalisierter Tumor bezeichnet. In späteren Stadien kann er in das umliegende Gewebe hineinwachsen und man spricht von lokal fortgeschrittenem Tumor. Oder die Zellen breiten sich über die Blutbahn und das Lymphsystem im Körper aus und bilden an anderen Stellen Metastasen. Ärzte weisen dem Prostatakrebs jedes Patienten ein Stadium zu, das ihnen hilft, geeignete Behandlungsoptionen zu empfehlen. Die Einteilung in Stadien basiert auf dem Ausmaß des Tumors, ob Lymphknoten betroffen sind und ob sich der Tumor bereits auf andere Organe ausgebreitet hat.

Folgende Einteilungen werden dabei vorgenommen:

  • Kategorie T1: Nicht tastbar und nicht durch bildgebende Verfahren sichtbar
  • Kategorie T2: Tumor auf die Prostata begrenzt, lokalisierter Tumor
  • Kategorie T3: Tumor durch die Kapsel gebrochen, lokal fortgeschrittener Tumor
  • Kategorie T4: Tumor wächst in umliegende Organe

Die sogenannte N-Kategorie beschreibt, ob der Tumor die naheliegenden Lymphknoten befallen hat, die M-Kategorie ob Metastasen vorhanden sind. Ärzte ordnen ein Krebsstadium zu, indem sie die T-, N-, M-Klassifikationen und PSA-Werte kombinieren.

Konventionelle Behandlungsformen

Folgende konventionelle Behandlungsformen finden sich in den Behandlungsleitlinien in Abhängigkeit von der Klassifizierung des Prostatakarzinoms:

Bei der aktiven Überwachung werden zunächst keine therapeutischen Schritte eingeleitet, sondern der Patient wird in regelmäßigen Abständen kontrolliert, wobei die oben bereits beschriebenen diagnostischen Verfahren PSA-Test, Tastuntersuchung (DRU), MRT und wiederholte Biopsien eingesetzt werden. Ergeben sich Hinweise auf ein Fortschreiten der Krankheit wird Ihr Arzt ein Behandlungsverfahren vorschlagen. In diesem Sinne wird die aktive Überwachung auch als Aufschieben einer Behandlung gesehen.

Die operative Entfernung der Prostata, die sogenannte Radikale Prostatektomie (RP), ist eine der am häufigsten durchgeführte Therapien bei der Diagnose Prostatakrebs. Dabei werden die Prostata und damit bei lokalisiertem Tumor im T1 oder T2 Stadium auch der Krebs vollständig entfernt. Sie kann als offene, laparoskopische oder roboter-assistierte Operation durchgeführt werden. Ziel der Operation ist die Heilung von Prostatakrebs. Allerdings kommt es dabei häufig zu Nebenwirkungen wie Harninkontinenz und Impotenz, die die Patienten auf Dauer in ihrer Lebensqualität erheblich einschränken. Studien zur RP zeigen, dass die Impotenz-Rate bei bis zu 70 bis 80 Prozent liegen kann.

Für ein lokalisiertes Prostata-Karzinom kommt zudem die Bestrahlung mit Ziel der Heilung von Prostatakrebs infrage. Sie wird auch bei Patienten mit metastasiertem Tumor und dem Ziel der lokalen Tumorkontrolle eingesetzt. Auch hier gehören Darmprobleme, Impotenz und Inkontinenz zu den häufigsten und wahrscheinlichsten Nebenwirkungen. Bei der LDR-Brachytherapie und der HDR-Brachytherapie werden Strahlungsquellen direkt in die Prostata eingebracht. Auch diese Behandlungsmethoden können die beschriebenen drastischen Nebenwirkungen für die Patienten zeigen.

Bei der Hormontherapie wird dem Körper Testosteron entzogen, um so das Tumorwachstum zu bremsen bzw. zu stoppen. Sie wird bei fortgeschrittenem Prostatakrebs und häufig zusätzlich nach Operation oder Strahlentherapie angewendet.

Welche alternativen / weiteren Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Erhaltung der Lebensqualität nach der Therapie von Prostatakrebs ist für viele Patienten die zentrale Frage bei der Wahl der Behandlungsmethode. Sie wünschen sich eine Behandlungsoption, die sowohl die Harnfunktion, als auch die erektile Funktion nach der Therapie möglichst wenig beeinträchtigt. Die Medizin und die Wissenschaft haben in den zurückliegenden Jahren erhebliche Fortschritte gemacht die Behandlung von Prostatakrebs schonend für die umliegenden Nervenstränge und die damit verbundenen körperlichen Funktionen zu gestalten. Eine solche Behandlungsform ist TULSA, die Therapie mit hochintensivem Ultraschall.

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